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Die besten DSGVO-Check-Tools 2026 im Vergleich

Veröffentlicht: 10. März 2026

Inhaltsverzeichnis

Welches DSGVO-Check-Tool ist das richtige?

Der Markt für Website-Compliance-Tools wächst — mit dem BFSG (seit Juni 2025) und der laufenden DSGVO-Durchsetzung interessieren sich immer mehr Unternehmen dafür, ihre Website zu überprüfen. Aber die Tools unterscheiden sich erheblich darin, was sie tatsächlich prüfen.

Dieser Ratgeber vergleicht die gängigsten Ansätze und erklärt, worauf bei der Auswahl zu achten ist.

Stand: März 2026 · Von Viacheslav Spitsyn, IT-Berater für Website-Compliance

Was ein DSGVO-Check-Tool leisten sollte

Nicht jedes Tool, das “DSGVO-Check” im Namen trägt, führt eine technische Analyse durch. Es gibt grundlegende Unterschiede:

Kategorie 1: Dokumenten-Generatoren mit Prüffunktion
Diese Tools erstellen Datenschutzerklärungen und prüfen, ob bestimmte Pflichtdokumente vorhanden sind. Sie analysieren nicht, was auf Ihrer Website technisch passiert.

Kategorie 2: Technische Scanner
Diese Tools crawlen Ihre Website, analysieren den Quellcode, beobachten Netzwerkanfragen und prüfen, ob Ihre Implementierung den DSGVO-Anforderungen entspricht.

Kategorie 3: Kombinierte Lösungen
Einige Tools bieten beides — Dokumenten-Erstellung und technische Prüfung.

Die wichtigsten Prüfbereiche

Bevor wir Tools vergleichen, lohnt es sich zu klären, welche Bereiche ein vollständiger DSGVO-Check abdecken sollte:

Cookies und Tracking

Das Herzstück der DSGVO-Compliance für Websites: Werden Cookies vor der Einwilligung gesetzt? Werden Tracker erst nach “Akzeptieren” geladen? Ist das Consent-Management-System korrekt konfiguriert?

Laut § 25 TDDDG ist für das Setzen nicht-essentieller Cookies eine aktive Einwilligung erforderlich. Viele Websites haben dies zwar in ihrer Datenschutzerklärung angegeben — aber die technische Umsetzung weicht davon ab.

Google Fonts und externe Dienste

Das LG München entschied 2022 (Az. 3 O 17493/20), dass das Einbinden von Google Fonts ohne Einwilligung eine DSGVO-Verletzung darstellt, weil dabei IP-Adressen an US-Server übertragen werden. Seitdem ist dieser Punkt in Deutschland besonders relevant.

Ein technischer Scanner erkennt, ob Google Fonts direkt von Googles Servern geladen wird — etwas, das ein reiner Dokumenten-Generator nicht leisten kann.

Impressum und Datenschutzerklärung — Vollständigkeit

Nicht nur Vorhandensein, sondern Vollständigkeit: Enthält das Impressum alle Pflichtangaben nach § 5 DDG? Nennt die Datenschutzerklärung alle eingesetzten Dienste?

BFSG-Barrierefreiheit (seit Juni 2025)

Seit dem Inkrafttreten des BFSG müssen viele Unternehmenswebsites Barrierefreiheitsanforderungen erfüllen. Ein vollständiger Compliance-Check sollte auch diese Dimension abdecken: Alt-Texte, Kontrastverhältnisse, Tastaturnavigation, ARIA-Labels.

Security-Header

Fehlende Security-Header sind kein direktes DSGVO-Problem, aber ein Indikator für allgemeine technische Sorgfalt. Zudem können bestimmte Header-Konfigurationen Datenschutzverletzungen begünstigen (z.B. fehlende HSTS-Konfiguration).

Tool-Ansätze im Vergleich

eRecht24

Stärken: Dokumenten-Generator, Datenschutzerklärung-Templates, Impressum-Generator, Cookie-Banner.
Grenzen: Die Prüffunktion konzentriert sich auf das Vorhandensein von Dokumenten und die Cookie-Consent-Implementierung, weniger auf tiefgehende technische Analyse.
Geeignet für: Unternehmen, die Compliance-Dokumente erstellen oder aktualisieren müssen.

Cookiebot / Usercentrics

Stärken: Spezialisiert auf Cookie-Consent-Management. Erkennt Cookies auf der Website und hilft bei der TTDSG-konformen Einwilligung.
Grenzen: Fokus liegt auf Consent-Management, nicht auf vollständiger Compliance-Analyse (kein Impressum-Check, keine BFSG-Prüfung).
Geeignet für: Websites, die primär ihre Cookie-Einwilligungslösung optimieren möchten.

Web-Prüfer

Stärken: 87 automatisierte Checks über alle Compliance-Bereiche: Technik, DSGVO, Impressum, BFSG (20 Checks), Security-Header, SEO, E-Commerce. Technische Analyse (welche Cookies werden wann gesetzt, welche Dienste werden geladen).
Grenzen: Kein Dokumenten-Generator — erstellt keine Datenschutzerklärungen oder Impressum-Texte.
Geeignet für: Alle, die wissen möchten, was ihre Website technisch macht, und eine vollständige Compliance-Übersicht benötigen.

Stärken: Kostenfrei, schnell.
Grenzen: Manuelle Analyse, kein strukturierter Bericht, keine Dokumentenprüfung, nicht für professionellen Einsatz geeignet.
Geeignet für: Erste schnelle Einschätzung, nicht für dokumentierte Compliance-Prüfung.

Vergleichstabelle

KriteriumWeb-PrüfereRecht24Cookiebot
Technische Cookie-Analyse✓ TiefgehendBegrenzt✓ Spezialisiert
Impressum-Vollständigkeit✓ Generator
DatenschutzerklärungPrüfung✓ Generator
BFSG / Barrierefreiheit✓ 20 ChecksBegrenzt
Security-Header
Google Fonts ErkennungBegrenzt
SEO-Grundlagen
Dokumenten-Generator✓ Banner
Consent-ManagementAnalyse✓ Aktiv
Bericht als DokumentBegrenzt
Anzahl Checks87AusgewähltCookie-Fokus

Welches Tool für welche Situation?

Neue Website vor dem Launch:
Zunächst eRecht24 zur Erstellung von Datenschutzerklärung und Impressum. Dann Web-Prüfer für eine vollständige technische Überprüfung, ob alles korrekt implementiert ist.

Bestehende Website mit unbekanntem Zustand:
Web-Prüfer gibt schnell einen Überblick: Welche Probleme gibt es? Welche Bereiche sind betroffen? Die 87 Checks liefern eine priorisierte Liste.

Website mit Cookie-Consent-Problemen:
Kombinierte Analyse: Web-Prüfer zur Diagnose (welche Cookies werden wann gesetzt), Cookiebot/Usercentrics zur Lösung (Consent-Manager).

Agentur mit mehreren Kundensites:
Web-Prüfer für skalierbare, dokumentierte Compliance-Reports über alle betreuten Websites.

Was ein DSGVO-Check nicht leistet

Ein wichtiger Hinweis: Kein automatisiertes Tool kann eine vollständige rechtliche Beratung ersetzen. Was technische Scanner leisten:

  • Erkennen potenzielle Compliance-Probleme
  • Hinweisen auf fehlende oder unvollständige Elemente
  • Dokumentieren den Ist-Zustand

Was sie nicht leisten:

  • Rechtliche Bewertung einzelner Sachverhalte
  • Prüfung von Verträgen (AVV, Auftragsverarbeitungsverträge)
  • Branchenspezifische Anforderungen (Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen)
  • Garantie für vollständige Rechtskonformität

Bei Unsicherheiten zu spezifischen rechtlichen Fragen ist ein auf IT-Recht spezialisierter Anwalt die richtige Anlaufstelle.

Fazit

Für eine vollständige Website-Compliance-Prüfung in Deutschland empfiehlt sich ein zweistufiger Ansatz:

  1. Dokumenten-Tool (z.B. eRecht24) für das Erstellen und Aktualisieren von Datenschutzerklärung, Impressum und Cookie-Banner-Texten.
  2. Technischer Scanner (z.B. Web-Prüfer) für die Überprüfung der tatsächlichen technischen Implementierung — 87 Checks über alle relevanten Bereiche.

Die Kombination beider Ansätze gibt ein vollständiges Bild: richtige Dokumente UND korrekte Umsetzung.


Häufige Fragen

Reicht ein kostenloser DSGVO-Check?
Kostenlose Tools können grundlegende Hinweise liefern, aber in der Regel keine tiefgehende technische Analyse durchführen. Bei ernsthaften Compliance-Anforderungen — insbesondere für Unternehmen, die unter das BFSG fallen — sind professionelle Tools sinnvoll.

Wie oft sollte ich meine Website prüfen?
Nach jeder größeren Änderung (neues Plugin, geändertes Theme, neue eingebundene Dienste) und bei Änderungen der Rechtslage. Auch halbjährliche Routine-Checks sind empfehlenswert.

Was ist der Unterschied zwischen DSGVO-Check und Datenschutz-Audit?
Ein automatisierter DSGVO-Check prüft technische und formale Aspekte. Ein Datenschutz-Audit durch einen Datenschutzbeauftragten oder Anwalt umfasst auch organisatorische Prozesse, Verfahrensverzeichnisse, AVV-Verträge und individuelle Bewertungen. Beides ergänzt sich.

Fallen auch Freelancer und Selbstständige unter die DSGVO?
Ja — sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden (z.B. Kontaktformulare, Newsletter, Analytics), gilt die DSGVO unabhängig von der Unternehmensgröße. Für das BFSG gelten teilweise Schwellenwerte (mehr als 10 Mitarbeiter ODER mehr als 2 Mio. EUR Umsatz).

Häufige Fragen

Was prüft ein DSGVO-Check-Tool?
Technische Scanner analysieren den Quellcode der Website, beobachten Netzwerkanfragen und prüfen Cookies, externe Dienste, Datenschutzerklärung, Impressum und Security-Header. Dokumenten-Generatoren erstellen hingegen nur Texte und prüfen deren Vorhandensein.
Wie oft sollte ich meine Website auf DSGVO-Konformität prüfen?
Nach jeder größeren Änderung — neues Plugin, geändertes Theme, neu eingebundene Dienste — und bei Änderungen der Rechtslage. Zusätzlich empfehlen sich halbjährliche Routine-Checks.
Ersetzt ein DSGVO-Check-Tool den Datenschutzbeauftragten?
Nein. Automatisierte Tools erkennen technische und formale Probleme, können aber keine rechtliche Bewertung einzelner Sachverhalte vornehmen. Für organisatorische Prozesse, Verfahrensverzeichnisse und branchenspezifische Anforderungen ist ein Datenschutzbeauftragter oder Anwalt die richtige Anlaufstelle.
Was ist der Unterschied zwischen eRecht24 und einem technischen Scanner?
eRecht24 ist primär ein Dokumenten-Generator für Datenschutzerklärung, Impressum und Cookie-Banner-Texte. Ein technischer Scanner wie Web-Prüfer analysiert dagegen, was auf der Website tatsächlich technisch passiert — etwa ob Cookies vor der Einwilligung gesetzt werden oder Google Fonts extern geladen werden.

Von Viacheslav Spitsyn

IT-Berater für Website-Compliance

Über 14 Jahre Erfahrung in IT und Webentwicklung. Entwickler von Web-Prüfer — dem Compliance-Scanner für deutsche Websites.

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